"Und immer wieder sind es dieselben Lieder,
die sich anfühlen, als würde die Zeit stillstehen.
Denn es geht nie vorüber, dieses alte Fieber,
dass immer dann hochkommt, wenn wir zusammen sind.
"

Die Toten Hosen

Es gibt Momente im Leben, welche absolut verändern. Die ausnahmslos alles gehörig durchrütteln, auf den Kopf stellen, den Wind richtungsweisend drehen und den bisherigen Kurs grundlegend revidieren.
 

Einen solchen Moment hatte ich im Jahre 1986.
 

Nicht, dass mir das einst schon bewusst gewesen wäre, als mir ein Bekannter ein unscheinbares, selbst aufgenommenes Tape in die neugierig zugreifenden Hände drückte. Drumherum ein eigenhändig gestaltetes Cover aus zwei gekritzelten, gegeneinander gedrehten Beinkleidern. Darauf Krach. Und was für einer!

Ich war damals gerade unschuldige 13 Jahre alt, der Krach die Opel-Gang und schlagartig nichts mehr so wie es vorher war. Musik bestand für mich bis dahin aus „Neue Deutsche Welle“, meist noch unverständlich, irgendwie lustig halt.

Doch dieses Tape...das war von Anfang an eine völlig andere Geschichte. Für jugendlich unschuldige Ohren lyrisch und rhetorisch zwar noch weitestgehend unverständlich, hat es mich trotzdem direkt in seinen Bann gezogen. Das war lauter, das war härter, das war Hammer. Kopf aus, Emotion an. Pure Energie. Verliebt auf den allerersten der drei Akkorde.

Heute, ziemlich exakt 30 Jahre und unzählige Konzerte später, hat sich daran nichts geändert.

 

Noch immer ertappe ich mich selbst dabei, dass ich staunend, mit offenem Mund und den unschuldigen, großen Augen eines 13 Jährigen vor der Bühne und komplett unter Strom stehe. Und das sich spätestens beim Intro die Härchen am Körper aufrichten, kalter Schauer, Gänsehaut.

Und laut! Und schnell! Und ab dafür! Der Zauber verzaubert mich noch immer.

Oft werde ich gefragt, ob das denn nicht immer dasselbe sei, diese vielen Konzerte einer einzigen Band. Die Antwort darauf findet sich in obigen Zeilen, folgenden Bildern oder live vor der Bühne.

Denn, ums mal ein wenig metaphorisch und episch zu umschreiben, was mit einem heftigen Urknall begann, hat sich längst zu einem zuckenden, pulsierenden und lebendigen Universum ausgeweitet. Um die anfangs eine Band hat sich für mich eine rotierende Vielfalt entwickelt. Bands die ebenfalls unfassbar gut sind und von denen ich hier gerne gleichermaßen erzählen möchte.

 

Und das in erster Linie anhand von Bildern, Wörter mögen da folgen...

das halte ich einfach so, wie mit allem Anderen auch...einfach mal schauen, wo der Wind mich noch so hin treibt.

Und nun hoffentlich viel Spaß mit meinen Eindrücken von irgendwo da draußen: